Heute erlebte ich meinen ersten richtigen Kampf und das kam so: ich lief an der Sieg lang und ergründete schnüffelnd, wer vor mir schon da war. Wir trafen auf zwei Leute mit zwei spielenden Hunden, einem Jagdhund-Welpen und einem mittelgroßen Hund, den Herrchen als Mischung zwischen Dackel und Retriever einstufte, aber Frauchen erklärte ihm gleich, dass das technisch nicht möglich ist, was immer sie damit meinte. Frei nach Schiller „..ich sei, gewährt mir die Bitte, in euerem Bunde der Dritte“ dachte ich, gehste mal hin.
Der Kleine hopste nur um uns rum aber der Mix guckte wütend, kam bedrohlich näher und ich knurrte ihn prophylaktisch gleich mal an. Der knurrte zurück und schnappte zu, sein Frauchen versuchte vergeblich, diesen Irrwisch zu ergattern, aber ich war ganz tapfer und biß zurück. Der Mix gab auch nicht auf und versuchte, auf mich drauf zu springen, da war ich aber schneller und schnappte nach seinem Hinterteil und da kriegte mich mein Frauchen mit energischem Griff zu packen, sie wehrte den Großen ab und dann konnte sein Frauchen ihn schließlich auch
festhalten. Zum Glück kriegte keiner von uns eine Schramme ab, aber riskant war es ja doch. Als wir weiter gingen, habe ich nochmals ganz tief zurückgegrollt und ich denke, er hatte doch mächtig Angst vor mir. Man sagt ja immer, wir beißen uns nur, wenn wir angeleint sind, aber das waren wir doch gar nicht. Schätze, man kann sich auf nichts wirklich verlassen. Ich bin ein Held! „Salve“ sagt für heute Euer Zesario! (Und in Zukunft werde ich bestimmt wieder angeleint, Frauchen sagt, auf solche Spielchen kann sie gut verzichten. War aber mal spannend).
Also – das ist ja so eine Sache mit dem Gehorchen. Frauchen ist da ganz konsequent, aber hier und da finde ich sozusagen Gehorsamslücken! Dieser Tage z.B.: Wir gehen im Wald bis oben an das Gatter, hinter
dem die kleinen Ziegen sind. Also erstmal fing Herrchen an, aus meinem Möhrchenbestand eine an die Ziegen zu verfüttern – geht doch nicht. Als ich protestierte, bekam ich eine halbe Möhre ab! Na also, geht doch. Dann habe ich mich mit den Kleinen arrangiert, d.h. ich habe damit aufgehört sie anzukläffen, weil Frauchen sehr energisch „aus“ sagte – da machte der Ton die Musik, hier und da sollte? man dann besser sofort gehorchen, weil sonst die Nummer mit den Leckerchen nicht funktioniert.
Samino hat auch so seine Probleme mit diesem ewigen Gehorchen: er hat einen neuen Freund, Gino; und dieser Tage erfreute sich sein Herrchen noch an dem Anblick der beiden friedlich am Zaun stehenden Gesellen. Die Begeisterung hielt nicht lange an, denn Gino suchte das Weite und Samino konnte gar nichts mehr hören, er düste hinterher. Hat´ne Weile gedauert bis zu seiner Rückkehr und natürlich bekam er einen Rüffel bezüglich Ungehorsams und außerdem kam er an die Leine. Kenne ich, hatte ja neulich auch so´ne Tour. Inzwischen ist die coole Hündin aber nicht mehr auf meiner Route unterwegs, also kann ich ja auf Pfiff zurückkommen. Dann klappt´s auch mit dem Leckerchen.
Neulich berichtete? Frauchen davon, dass eine Havi-Besitzerin, deren Havi immer an der Leine zog und Passanten ankläffte, großen Erfolg mit Erziehungs-Halsbändern hatte. (Wenn Sie rechts in der Spalte den kleinen Mischling anklicken und dann in das Suchfeld „Erziehung“ eingeben, finden Sie die Halsbänder!).
Frauchen hatte erst Bedenken, sagt sie, auf die Erziehungs-Halsbänder hinzuweisen, aber nun bekam sie von zwei verschiedenen Hundebesitzern schon eine eMail, dass es wirklich hilft. Sie meint, sie solle es doch hier nochmals schreiben.
Ich bin ja bisschen stolz, wir hatten viel Besuch und als wirklich kein Leckerchen und kein Zuspruch mehr zu erwarten war, legte ich mich unter den Kaffeetisch und döste. Allzeit bereit aufzustehen, muss ja parat stehen, falls noch etwas für mich abfällt, Lob oder Hundekeks, wobei Letzteres natürlich noch bisschen besser ankommt bei mir! – Und da sagte ein Besucher, der mich noch nicht gut kannte „meine Güte, an den Hund habe ich gar nicht mehr gedacht, D E R ist ja vielleicht brav, den merkt man ja gar nicht“! Frauchen war stolz, aber ich denke an, vielleicht doch beim nächsten Besuch mal zu knurren unter´m Tisch… es passt mir nämlich nicht, wenn mich überhaupt keiner bemerkt.